IDAHOBIT 2020 – Pressemitteilung vom Migrationsteam des rubicon

Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität aus der Liste (WHO – Weltgesundheitsorganisation) der psychischen Krankheiten entfernt und erst im Jahr 2018 kündigte die WHO an, auch Transidentität aus dieser Liste streichen zu wollen. Dieses Ereignis führte dazu, dass seitdem jährlich am 17. Mai der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) stattfindet.

Heute, 30 Jahre später, erleben queere Menschen immer noch Diskriminierung in Schulen, Unis, Ausbildungen, in der Familie und im Freundeskreis, in der Öffentlichkeit und Freizeit – nicht nur deutschlandweit. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen führen viele Queers in eine weitere Isolation mit gravierenden Auswirkungen. Hierzu hat das Migrationsteam des Rubison eine Pressemitteilung veröffentlicht:

“IDAHOBIT 2020

Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit

Die Covid-19 Situation verschärft bestehende Probleme im täglichen Leben von LSBT*I*Q-Menschen.  Beispielsweise die Einsamkeit älterer Lesben und Schwuler oder eine verstärkte Isolation von LSBT*I*Q-Geflüchteten.

Darüber hinaus erhöht die Notwendigkeit, zu Hause zu bleiben, die Konfliktsituationen innerhalb des Hauses selbst, wie sie beispielsweise bei Betroffene*n geschlechtsspezifischer Gewalt auftreten. Besonders schwierig ist es, zu Hause zu bleiben, wenn das sogenannte Zuhause eine Erstaufnahmeeinrichtung ist, wie die verschiedenen Beispiele deutschlandweit gezeigt haben. LSBT*I*Q-Geflüchtete trifft es derzeit besonders hart.

Menschen mit Drogenkonsumgeschichte und/oder psychischen Problemen haben schwere Rückfälle erlitten oder mit dem ständigen Druck gelebt, einen Rückfall zu erleiden.

Die Situation von LSBT*I*Q Personen, die in Familien leben, die ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität nicht respektieren, wird ebenfalls verschärft. Dies sind im Allgemeinen junge Menschen, die derzeit nur eingeschränkten Zugang zu ihren engsten Kreisen oder LSBT*I*Q Netzwerken haben.

Kurzarbeiter*innen leiden unter den Auswirkungen der Schließung wirtschaftlicher Aktivitäten, von denen insbesondere Menschen mit prekären und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen betroffen sind. Dramatischer wird dies noch bei Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte plus einem LSBT*I*Q-Hintergrund. Viele Geflüchtete, die erst seit kurzer Zeit einen Job hatten, mussten erleben, wie sie zuhause bleiben mussten und erneut der Bürokratiewahnsinn mit dem Jobcenter losging, was dramatische psychische Konsequenzen für viele haben kann.

Und ebenso wie der Rest der Gesellschaft sind LSBT*I*Q-Menschen von dem Verlust von Angehörigen, von Unsicherheit, Stressgefühlen, Angstzuständen und Depressionen betroffen. Noch mehr, wenn ihre Lieben weit weg sind und aus verschiedenen Gründen keine Möglichkeit des Wiedersehens in Aussicht steht.

Die Folgen der Krise werden spürbar sein, vor allem in Teilen der Gesellschaft, die durch die ständige Konfrontation mit verschiedenen Diskriminierungen bestraft werden und es wird weiterhin Lösungen fordern. Dafür ist das Migrationsteam des rubicon da. Wir waren, wir sind und wir werden weiterhin für Euch da sein. Lasst uns den IDAHOBIT 2020 von zu Hause aus feiern, als ein neuer Start im Kampf gegen Homo-, Bi-, Inter* und Transfeindlichkeit, Rassismus und jegliche Form von Diskriminierung.

Bleibt solidarisch, bleibt gesund! Das Migrationsteam des rubicon”

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